Juden in Mitteleuropa 1520 - 1670
Die Geschichte der Juden in den habsburgischen Ländern des 16. und 17. Jahrhunderts ist bislang nur unzureichend erforscht. Das Institut für Geschichte der Juden in Österreich / St. Pölten hat sich in Kooperation mit WissenschaftlerInnen aus der Tschechischen Republik, der Slowakischen Republik, Ungarn und Polen zum Ziel gesetzt, diese Forschungslücke zu schliessen.
Dank der Finanzierung durch das Österreichische Ministerium für Unterricht, Wissenschaft und Kultur konnte das Kooperationsprojekt Bohemia, Moravia et Silesia Judaica aufgebaut werden. Da in österreichischen Quellen immer wieder Hinweise auf enge Kontakte zwischen den Juden der einzelnen habsburgischen Länder auftauchen, lag es nahe, den österreichischen, mährischen und böhmischen Raum als eine Einheit zu sehen und eine Kooperation mit HistorikerInnen und ArchivarInnen in der Tschechischen Republik sowie in Polen aufzubauen. Diese Zusammenarbeit macht es möglich, die vielfachen Beziehungen - auf wirtschaftlicher, sozialer, familiärer, gesellschaftlicher, religiöser und kultureller Ebene - , Gleichläufigkeiten, aber auch Unterschiede in den einzelnen Ländern sichtbar zu machen. Der Informationsaustausch erfolgte vor allem von Ost nach West. Die wesentlichen Impulse gingen von den großen Gemeinden dieser Länder aus, allen voran der Prager Gemeinde.
 Die Bearbeitung der Archive Mährens, Böhmens und Schlesiens erfolgt derzeit - immer abhängig von den zur Verfügung stehenden Geldmitteln - systematisch. Die einheitlich erfaßten Materialien stehen der Forschung zur Verfügung und lassen eine Fülle von Publikationen erwarten.

Institut für Geschichte der Juden in Österreich
Dr. Karl Renner-Promenade 22
A-3100 St. Pölten

Projektleitung:
Dr. Helmut Teufel, Mgr. Marie Bunatová
Bibliographische Angaben: http://members.nextra.at/injoest/deutsch/projekte/germania_judaica.html
 
Informationen/Kontakt:

sabine.hoedl@nextra.at