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Kissenplatte
einer Beschneidungsbank, Schwaben 1614
Jüdisches
Museum der Schweiz, Basel
JMS 1198 |
Die
gestickte Kissenplatte, der das Logo
der Germania Judaica IV auf diesen Seiten entnommen wurde, ist eine
bedeutende Rarität: Jüdische Kultobjekte
- und zumal Textilien - aus der Zeit vor dem
Dreissigjährigen
Krieg sind in Mitteleuropa nur vereinzelt erhalten geblieben.
Vermutlich 1614 in Günzburg oder Burgau von Angehörigen einer
Familie der jüdischen Oberschicht gestiftet, diente das kostbar
verzierte Kissen als Schmuck für den Platz, der auf der
zweisitzigen Beschneidungsbank in der Synagoge dem Propheten Eliah
zugedacht war.
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besonderem Interesse ist u.a. die
seltene Abbildung einer frühneuzeitlichen Synagoge. Vermutlich
handelt es sich um die Synagoge zu Burgau, als deren Stifter
Angehörige derselben Familie genannt werden. Das zweistöckige
Gebäude wird von einem Glockenturm bekrönt. Diese
auffällige Eigenart mancher süddeutscher Synagogen des 18.
und 19. Jahrhunderts (z.B. in Buchau am Federsee oder in Pflaumloch im
Ries) geht also bereits auf eine ältere regionale Tradition
zurück, die hier wohl erstmals belegt ist. |

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Literatur:
- Katia
Guth-Dreyfus, Eine
süddeutsche jüdische Textilie aus dem frühen 17.
Jahrhundert, in: Landjudentum im deutschen Südwesten während
der Frühen Neuzeit, hg. von Rolf Kiessling und Sabine Ullmann,
Berlin 1999, S. 220-233.
Wir
danken Frau Dr. Katia
Guth-Dreyfus, Jüdisches Museum der Schweiz (Basel), für die
freundlich erteilte Genehmigung zum Gebrauch der Abbildungen. |
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